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Reisehinweise Kamerun
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Letzte Aktualisierung: 01.11.2011 Unverändert gültig: |
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. |
Vor dem Hintergrund der zunehmend schwierigen Lebensbedingungen der Bevölkerung muss mit Strassenprotesten gerechnet werden. Gewalttätige Ausschreitungen und Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften können dabei nicht ausgeschlossen werden.
Auch Verspätungen und Behinderungen des Reiseverkehrs können die Folge sein. Im Falle von Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Yaoundé hat bei Blockaden nur eng begrenzte – je nach Situation gar keine – Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen. Versuchen Sie nicht Strassenblockaden zu passieren, da dies zu gewaltsamen Reaktionen führen kann.
Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Reisevorbereitung, und planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage in Ihrem Zielgebiet und die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Befolgen Sie die Anweisungen der kamerunischen Behörden und meiden Sie Regionen, in denen Spannungen auftreten sowie generell Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art.
Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Es wird empfohlen, sich bei der schweizerischen Botschaft in Yaoundé zu melden und folgende Angaben zu hinterlegen: Personalien, Aufenthaltsdauer sowie Kontaktadressen in Kamerun und in der Schweiz.
yao.vertretung@eda.admin.ch
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Bakassi-Halbinsel: Im Juni 2006 schlossen Kamerun und Nigeria einen Vertrag zur Lösung der Grenzstreitigkeiten. Die Bakassi-Halbinsel ist am 14. August 2008 formell an Kamerun abgetreten worden. Dennoch halten die Spannungen an. Es besteht das Risiko von Entführungen zwecks Lösegelderpressung. Besonders gefährdet sind Mitarbeiter von Ölfördergesellschaften und Schiffsbesatzungen. Von Reisen auf die Bakassi-Halbinsel wird abgeraten.
Norden des Landes, Grenzgebiete zu Tschad und zur Zentralafrikanischen Republik: Das Risiko von Überfällen durch gewalttätige Strassenräuber ist besonders hoch. Es besteht auch das Risiko von Entführungen zwecks Lösegelderpressung. Die Konflikte in Tschad und der Zentralafrikanischen Republik wirken sich auf die Sicherheitslage entlang der Grenze aus.
In den Provinzen Adamaoua, Nord- und Extrême-Nord ist grösste Vorsicht geboten. Unternehmen Sie Reisen in Gruppen von mehreren Fahrzeugen und in Begleitung einer ortskundigen Vertrauensperson.
Von Reisen in die Grenzgebiete zu Tschad und zur Zentralafrikanischen Republik wird abgeraten.
Das Ausmass der Gewaltkriminalität ist vor allem in den zwei grössten Städten Douala und Yaoundé sowie auf Landstrassen Besorgnis erregend: Taschen- und Entreissdiebstähle, Einbrüche, Diebstähle von Autos, insbesondere Allradfahrzeugen, unter Androhung/Anwendung von Gewalt sowie Raubüberfälle (selbst in Restaurants) und Vergewaltigungen. Strassenbanditen sind im ganzen Land aktiv, auch in den Vororten grösserer Städte. Unter anderem werden nachstehende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
- Deponieren Sie Wertsachen und eine Fotokopie Ihres Passes im Hotelsafe.
- Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt.
- Vermeiden Sie nächtliche Spaziergänge und Taxifahrten, selbst für kurze Distanzen. Besteigen Sie notfalls nur ein Hoteltaxi. Informieren Sie Ihre Angehörigen oder Bekannte über eine Reise.
- Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch. Von Gewaltanwendung sind Frauen und Männer gleich betroffen.
- Geschäftsleuten wird empfohlen, neue Geschäftsbeziehungen vorsichtig anzugehen und durch eine erfahrene, vertrauenswürdige Firma oder Agentur vermitteln zu lassen.
- Unternehmen Sie Überlandfahrten ausschliesslich tagsüber.
- Führen Sie ein Mobiltelefon mit einem lokalen Chip mit sich und speichern Sie Telefon-Nummern, die Sie im Notfall erreichen möchten, ab.
- Seien Sie vorsichtig mit Kontakten über das Internet. Es kommt vor, dass Kriminelle unter dem Vorwand, eine Freundschaft oder Geschäfstbeziehung anbahnen zu wollen, Personen ins Land locken, diese dann bedrohen oder entführen, um Geld zu erpressen.
Im Golf von Guinea und in den kamerunischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen, die sich gegen Fischerboote und Handelsschiffe richten. Überfälle auf Jachten können nicht ausgeschlossen werden.
International Maritime Bureau
International Maritime Organization
Der Strassenzustand ist schlecht. Während der Regenzeit (Juni bis September) sind viele der nicht asphaltierten Strassen unpassierbar. Das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bildet ein zusätzliches Unfallrisiko. Von nächtlichen Überlandfahrten wird auch aus diesem Grund abgeraten.
Die Wartung der Eisenbahn und der Flugzeuge für Inlandflüge entsprechen nicht europäischen resp. internationalen Standards.
Es ist verboten, den Präsidenten und seine Familie zu beleidigen sowie militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Ministerien, Brücken usw.) zu fotografieren. Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden mit Haftstrafen und zusätzlichen Geldbussen bestraft. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Strafverfahren können sich über Jahre hinziehen. Die Haftbedingungen sind prekär.
Die Bevölkerung setzt sich aus über 200 verschiedenen Ethnien zusammen. Viele Regionen haben einen grossen muslimischen Bevölkerungsanteil. Passen Sie Kleidung und Verhalten den unterschiedlichen lokalen Gepflogenheiten an und fotografieren Sie Personen nur mit deren Zustimmung.Der Mount Cameroon ist ein aktiver Vulkan. In seiner Umgebung sind leichtere Erdbeben jederzeit möglich. Aus den Kraterseen Lac Nyos und Monoum können giftige Gase austreten. Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die schweizerische Botschaft in Yaoundé.
Ausserhalb der grösseren Städte ist die medizinische Versorgung nicht gewährleistet.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Neben anderen (Tropen-)Krankheiten kommt auch Tuberkulose vor.
Tragen Sie immer Ihren Pass und den Impfausweis auf sich, damit Sie sich bei den häufigen Polizeikontrollen ausweisen können.
Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausschluss der Haftung
Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.

