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Reisehinweise Indonesien

Letzte Aktualisierung: 08.12.2011
Unverändert gültig:  

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Grundsätzliche Einschätzung
Spezifische regionale Risiken
Kriminalität
Verkehr und Infrastruktur
Besondere rechtliche Bestimmungen
Naturbedingte Risiken

Gesundheit
Nützliche Adressen


Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage im Land ist grundsätzlich ruhig und stabil. Jedoch gefährden separatistische Bewegungen und ethnisch-religiös motivierte Spannungen die Sicherheit in einzelnen Regionen.

Zwischen 2002 und 2005 wurden in Indonesien mehrere Terroranschläge verübt, unter anderem in Jakarta und auf Bali. Am 17. Juli 2009 sind in Jakarta zwei Bombenanschläge auf internationale Hotels verübt worden. Sie forderten mehrere Todesopfer und Verletzte. Seither sind weitere Anschläge verübt worden, z. B. gegen eine Kirche und eine Moschee.

Das Risiko weiterer Anschläge bleibt im ganzen Land bestehen. Es ist jedoch nicht möglich, Voraussagen über mögliche Gewaltausbrüche oder Attentate zu machen. Anschläge können sich auch gegen von Ausländern frequentierte Orte richten wie Vergnügungsstätten, Einkaufszentren, religiöse Einrichtungen, Hotels und Restaurants.
Die indonesischen Behörden haben die Sicherheitsmassnahmen bei strategischen Einrichtungen und besonders auch in den Flughäfen und Touristenorten verschärft. Die muslimischen Massenorganisationen Indonesiens unterstützen die Regierung in ihrem Kampf gegen den Terrorismus. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten und treten Sie mit Zurückhaltung auf, besonders in Ballungszentren, Märkten und generell bei grossen Menschenansammlungen.



Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Aceh (Insel Sumatra): Während mehr als 20 Jahren bestand ein blutiger Konflikt zwischen der Unabhängigkeitsbewegung GAM (Free Aceh Movement) und der indonesischen Regierung. Am 15.08.2005 ist er durch ein Friedensabkommen beendet worden. Seither hat sich die Lage in der Provinz beruhigt. In Aceh wird islamisches Recht (Shariah) streng angewandt.

Bali: Am 1. Oktober 2005 haben drei Terroranschläge auf Bali zahlreiche Tote und Verletzte gefordert. Es besteht auch weiterhin die Gefahr terroristischer Anschläge - siehe Kapitel "Grundsätzliche Einschätzung".

Papua und West Papua: Diese Provinzen dürfen nur mit einer Sondergenehmigung des Polizeihauptquartiers in Jakarta oder Jayapura bereist werden (Ausnahmen: Jayapura und Biak). Stammeskonflikte und politische Spannungen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und der Zentralregierung entladen sich vereinzelt in gewaltsamen Konfrontationen, die mehrere Todesopfer gefordert haben. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Sicherheitslage und lassen Sie besondere Vorsicht walten.



Kriminalität

Kleinkriminalität ist verbreitet und nimmt mitunter auch gewalttätige Züge an. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Bestellen Sie Taxis beim Hotelempfang oder telefonisch bei einer Taxifirma.
  • Verzichten Sie nach Einbruch der Dunkelheit auf unnötige Fahrten.
  • Benützen Sie Geldautomaten (ATM) in Banken und Einkaufszentren ausschliesslich tagsüber.
  • Hüten Sie sich vor Falschspielern, die versuchen, Touristen zu erpressen und um ihr Geld zu bringen. Da Glücksspiele verboten sind (auch in Privatwohnungen), machen sich auch die Geschädigten strafbar.
  • Auf Bali ist bei Time-Sharing-Verträgen grösste Vorsicht geboten. Mehrere Interessenten wurden um ihre Anzahlungen betrogen und konnten ihre Ferienwohnungen nie beziehen.
  • Es sind Fälle gemeldet geworden, in denen illegaler, gepanschter Alkohol (meist Reis- oder Palmwein) bei Touristen und Indonesiern schwere Gesundheitsschäden oder den Tod verursacht hat. Sie haben sich vorwiegend auf Bali und Lombok ereignet. Halten Sie sich im Zweifelsfall an die grossen internationalen Hotels oder grösseren Geschäfte, die importierte Spirituosen verkaufen, oder fragen Sie Ihren Reiseleiter oder eine lokale Vertrauensperson, wo legal hergestellte Getränke erworben werden können.

In den indonesischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Die Gefahr besteht vor allem in der Strasse von Malakka. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Piraterie



Verkehr und Infrastruktur

Wiederholt forderten Flug-, Bahn- und Schiffsunfälle zahlreiche Opfer. Grund dafür ist die veraltete und mangelhaft gewartete Infrastruktur. Die Sicherheitsausrüstungen der Fähren zwischen den Inseln sind oft unvollständig.
Bei Inlandreisen ist es ratsam, sich beim Reisebüro über den Sicherheitsstandard der gewählten Fluggesellschaft oder Schiffsverbindung zu erkundigen.



Besondere rechtliche Bestimmungen
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis lebenslänglich) geahndet. Selbst die Todesstrafe ist möglich. Die Haftbedingungen sind prekär (überfüllte Zellen, unzulängliche hygienische Verhältnisse etc.).

Naturbedingte Risiken

Indonesien liegt in einem Erdbebengebiet. Erdbeben und Vulkanausbrüche können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen. Auch Überschwemmungen und Dürreperioden können nicht ausgeschlossen werden. Während der Trockenzeit sind verschiedene Regionen von Kalimantan gelegentlich vom Waldbrandsmog betroffen.
Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, und beachten Sie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden: Absperrungen um Gefahrenzonen, Evakuationsbefehle etc.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, so melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die schweizerische Botschaft in Jakarta.



Gesundheit

Ausserhalb der Grossstädte und der wichtigen Touristendestinationen ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. Mit Ausnahme von Bali können Personen mit einem negativen Rhesusfaktor unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Es ist von Vorteil, ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen im Ausland (zum Beispiel Singapur oder Europa) behandeln zu lassen.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.



Nützliche Adressen
Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
  • Schweizerische Vertretungen im Ausland


  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz


  • Ausschluss der Haftung
    Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
    Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
    Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.