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Reisehinweise Thailand

Letzte Aktualisierung: 17.02.2012
Unverändert gültig:  

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Grundsätzliche Einschätzung
Spezifische regionale Risiken
Kriminalität
Verkehr und Infrastruktur
Besondere rechtliche Bestimmungen
Kulturelle Besonderheiten

Naturbedingte Risiken
Gesundheit
Besondere Hinweise
Nützliche Adressen

Grundsätzliche Einschätzung

Trotz einer vordergründigen Beruhigung nach den Wahlen vom 3. Juli 2011 sind erneute gewalttätige Auseinandersetzungen, Demonstrationen, Anschläge und Sabotageakte möglich. Streiks können nicht ausgeschlossen werden. Während Ausschreitungen kann die Regierung den Ausnahmezustand verhängen.

Als Folge von Demonstrationen und Streiks kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen, auch im internationalen (Luft-)Verkehr.
Im Falle von Verkehrsbehinderungen durch Unruhen oder Streiks wird den Reisenden empfohlen, sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Bangkok hat bei Verkehrsbehinderungen nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise.

Wiederholt haben die thailändischen Sicherheitskräfte auf das Risiko von Anschlägen hingewiesen. Das Risiko besteht im ganzen Land. Am 14. Februar 2012 wurden in Bangkok einige Personen durch Sprengsätze verletzt. Beachten Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und lassen Sie Vorsicht walten, besonders in den bekannten touristischen Vergnügungsstätten, auf Märkten und bei Sehenswürdigkeiten. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Halten Sie sich über die Medien auf dem Laufenden, und befolgen Sie die Anweisungen der thailändischen Behörden. Planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, und meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art.
Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften und Reisebüros.

Individualreisenden wird empfohlen, die Schweizerische Botschaft in Bangkok über ihren Aufenthalt zu informieren und folgende Angaben mitzuteilen: Personalien, Reiseplan sowie Kontaktadressen in Thailand und in der Schweiz.
ban.vertretung@eda.admin.ch



Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Süden des Landes: In den Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla werden seit einigen Jahren und mit zunehmender Intensität Anschläge durch radikale muslimische Gruppierungen verübt. Die Anschläge richten sich vor allem gegen öffentliche Einrichtungen (Polizei, Eisenbahn, Schulen etc.). Auch unbeteiligte Zivilisten werden Opfer von Gewalttaten. Seit Ende 2007 werden vermehrt Anschläge auf Hotels oder Märkte verübt. Es ist zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften gekommen. Von Reisen in die Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla wird abgeraten.
In der Provinz Satun ist erhöhte Vorsicht geboten.
Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei den lokalen Behörden über die aktuelle Situation.

Alle Grenzzonen:
In allen Grenzzonen sind noch einzelne Minenfelder vorhanden. Halten Sie sich an die häufig benutzten Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Grenzgebiet zu Myanmar: In den ländlichen Gebieten sind teilweise bewaffnete Banden aktiv. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden über die aktuelle Lage, und lassen Sie sich bei Ausflügen ausserhalb der Städte von einem erfahrenen, lokalen Reiseführer begleiten.

Grenzgebiet zu Kambodscha: Die Lage in dieser Region ist gespannt. Thailändische und kambodschanische Truppen stehen sich beim Tempel Preah Vihear gegenüber. Dort und an anderen Grenzabschnitten ist es seit 2008 ist wiederholt zu Schusswechseln und Verhaftungen gekommen. Lassen Sie bei Reisen in die gesamte Grenzzone erhöhte Vorsicht walten, und erkundigen Sie sich bei Ihrem Reisebüro oder den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage. Meiden Sie die Gebiete um die Tempel Preah Vihear, Ta Kwai und Ta Muen grossräumig.



Kriminalität

Vor allem in den Städten sind folgende Delikte relativ häufig: Entreissdiebstähle durch Motorradfahrer, Taschendiebstähle, sowie Delikte, die auf schnelle Bekanntschaften in Bars zurückzuführen sind. Auch Sexual- und andere Gewaltdelikte sind zu verzeichnen, teilweise mit Todesfolge. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Benutzen Sie nur lizenzierte Taxis (Hoteltaxis oder sog. "Taxi Meter"). Fahrgäste von inoffiziellen Taxis sind wiederholt bedroht und erpresst worden, besonders am Bangkoker Flughafen.
  • Nehmen Sie in Bars von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an, und lassen Sie Ihre Drinks nicht unbeaufsichtig stehen. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
  • Lassen Sie auf der Insel Koh Phangan erhöhte Vorsicht walten, besonders während der Vollmondpartys. Wiederholt sind Vergewaltigungen und andere gewaltsame Überfälle (mit Todesfolge) gemeldet worden. Oft sind Getränke im Spiel, die mit Betäubungsmitteln versetzt worden sind.
  • Unternehmen Sie Trekking-Touren in den nördlichen Landesteilen ausschliesslich in Begleitung eines anerkannten, ortskundigen Führers.
  • Frauen wird empfohlen, generell ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken, sich angemessen zu kleiden und nach Einbruch der Dunkelheit unbeleuchtete Strassen und einsame Gegenden zu meiden.

Verschiedene Betrügereien kommen vor. Die Kriminellen sind einfallsreich und teilweise sogar gewaltbereit. Es wird berichtet, dass manchmal korrupte Polizeibeamte involviert sein sollen. Die folgende Aufzählung ist nicht abschliessend:

  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Vor allem in den Touristenorten werden vermehrt Geldautomaten für Missbräuche manipuliert. Benutzen Sie wenn möglich überwachte Bancomaten im Innern von Bankgebäuden.
  • Misstrauen Sie Kundenfängern, die auf offener Strasse Touristen ansprechen und Edelsteine oder andere Waren anbieten oder Geschäfte mit besonders günstigen Angeboten resp. Rabatten empfehlen. Thais sind von Natur aus eher reserviert und sprechen Fremde in der Regel nicht ohne weiteres an.
  • Es kommt vor, dass Visumagenturen und Reisebüros anbieten, die Verlängerung des thailändischen Visums für ihre Kunden zu erledigen und dabei illegale Praktiken anwenden. Hohe Haftstrafen sind die Folge für den Passinhaber. Beantragen Sie deshalb bei Bedarf die Verlängerung des Visums persönlich bei einem der offiziellen Immigration Offices im Land.
  • Aus mehreren Badeorten wie Pattaya, Koh Samui und Phuket ist bekannt geworden, dass Vermieter von Jetski (Wassermotorrädern) Touristen für Schäden verantwortlich machen, die sie gar nicht verursacht haben. Zur Durchsetzung Ihrer Forderungen schrecken einige Vermieter nicht vor Gewaltanwendung zurück. Lassen Sie bei der Miete von Jetski dieselbe Vorsicht walten, die Sie auch bei einem Mietauto anwenden würden.


Verkehr und Infrastruktur

Die zentrale Landesteile und Bangkok waren im letzten Quartal von 2011 von Hochwasser betroffen und wochenlang überschwemmt. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die schweren Infrastrukturschäden behoben sind und alle Verkehrsverbindungen wieder normal funktionieren. Informieren Sie sich bei Ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise.

Das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer stellt ein erhebliches Unfallrisiko dar, besonders auch für Motorradfahrer. Am Strand oder auf der Strasse angebotene Mietwagen und Motorfahrräder entsprechen nicht immer dem erwarteten Standard in Bezug auf Wartung und Versicherung. Es ist deshalb ratsam, Fahrzeuge bei einer bekannten Gesellschaft zu mieten.

Siehe auch Kapitel naturbedingte Risiken.

Die Qualität der Sicherheitsvorkehrungen und des Materials für den Wassersport ist sehr unterschiedlich. Berücksichtigen Sie ausschliesslich Firmen mit einer Lizenz der thailändischen Behörden und mit einer Versicherungsdeckung.



Besondere rechtliche Bestimmungen

Glücksspiele um Geld sind verboten. 
Das thailändische Königshaus geniesst uneingeschränkten Respekt; unbedachte Äusserungen oder Handlungen können mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Darunter fallen z.B. das Zerknüllen einer Banknote mit dem Portrait des Königs oder kritische Äusserungen im Internet oder per SMS.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigem Freiheitsentzug (bis lebenslänglich) geahndet, in besonders gravierenden Fällen sogar mit der Todesstrafe.

Die Haftbedingungen sind hart.



Kulturelle Besonderheiten
Der grösste Teil der Bevölkerung Thailands bekennt sich zum Buddhismus. Die malaiisch-stämmige Bevölkerung in den südlichen Provinzen nahe der Grenze zu Malaysia ist mehrheitlich muslimisch. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an.

Naturbedingte Risiken

Thailand liegt in einer Erdbebenzone. Erdbeben können ausser Verwüstungen auf dem Land auch Flutwellen verursachen.

Von Mai bis Oktober/November muss im ganzen Land, im Süden auch während der übrigen Monate, mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann beeinträchtigt werden. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Thai Meteorological Department
Thailand Flood Map

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Bangkok.



Gesundheit

In abgelegenen Gebieten können Personen mit einem negativen Rhesusfaktor unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Neben anderen (Tropen-)Krankheiten treten auch Bilharziose (in Süsswasserseen) und Tuberkulose auf. Während und nach Überschwemmungen können vermehrt Krankheiten auftreten, die durch (verschmutztes) Wasser übertragen werden.



Besondere Hinweise
Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich, um sich bei Personenkontrollen ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 191
Touristenpolizei: 1155

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
Schweizerische Vertretungen im Ausland

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz



Ausschluss der Haftung
Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.